Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
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BAUnatour Lüneburg - eine Backsteinstadt im Wandel der Nachhaltigkeit

Stroh und andere nachwachsende Rohstoffe bei der BAUnatour in Lüneburg vom 9. bis 16. Oktober (© grafikplusfoto – fotolia.com)

Wer Lüneburg hört, denkt an Heidelandschaften, Reethäuser, prächtige Backsteinfassaden und mittelalterliche Fachwerkhäuser in der Hansestadt. In vielen der historischen Gebäude stecken nach wie vor, wenn auch verkleidet und unsichtbar, zwei nachwachsende Rohstoffe: Holz und Stroh. Auch in modernen Gebäuden finden beide Baustoffe wieder Anwendung. Das zeigen zwei herausragende norddeutsche Gebäude auf imposante Weise: Das Bürogebäude aus Stroh und Holz des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen (NZNB) im nahegelegenen Verden/ Aller sowie das Wohngebäude „Woodcube“ in Holzmassivbauweise in Hamburg. Beide fünfgeschossige Gebäude sind während der BAUnatour Lüneburg Ziel von Exkursionen.

Die Neubauten belegen: Die Baustoffe Stroh und Holz erfüllen oder übertreffen alle baurechtlichen und brandschutztechnischen Anforderungen und leisten darüber hinaus noch einen Beitrag für eine ganz andere und zukünftig möglicherweise noch wichtigere Art der Sicherheit: Sie helfen die drohende Klimaerwärmung durch Speicherung des Treibhausgases Kohlendioxid abzuwenden. Der Bau von z.B. einem Einfamilienhaus aus nachwachsenden Rohstoffen erspart der Atmosphäre klimaschädliche Emissionen von bis zu 400.000 km Autofahrten und verbraucht im Äquivalent bis zu 4.000 Liter Heizöl weniger Energie für die Herstellung der Baustoffe. Allein die Produktion einer äußeren Klinkerschale der beliebten zweischaligen Mauerwerksbauweise verbraucht mehr Energie als die Herstellung eines kompletten strohgedämmten Holzhauses.

Wie kaum ein anderer nachwachsender Rohstoff zeigt Stroh dabei, was nachwachsende Rohstoffe bauphysikalisch zu leisten im Stande sind. Als Dämmstoff sind Eigenschaften wie Diffusionsoffenheit, hohe Wärmedämmwerte und ein sehr guter sommerlicher Hitzeschutz die markantesten Eigenschaften, die Stroh mit den anderen „Nachwachsenden“, wie zum Beispiel Holz, Hanf oder Zellulose gemein hat. Vor allem aber nutzt diese Bauweise die lokal verfügbare Ressource Stroh. Die Ballen werden ohne weitere Aufbereitung oder Produktionsschritte direkt aus der Ballenpresse als Baustoff eingesetzt.

Insgesamt ist damit ein Strohhaus in Sachen Klimaschutz wohl „unschlagbar“. So zumindest titelte die Kreiszeitung aus Verden in einem Artikel im April des Jahres, als sie über den Bau des größten deutschen Strohballenhauses in Verden/ Aller berichtete. Rund 380 Kubikmeter Stroh wurden dort als wandbildender Dämmstoff in eine Holzständerkonstruktion eingebracht. Die Wände wurden von außen mit Kalk verputzt, auf den Innenwänden sorgen Gipsfaserplatten in Verbindung mit Lehmputz einerseits für ein sehr gutes Raumklima im Innenraum aber auch für die vorgeschriebene Feuerwiderstandsklasse "Hochfeuerhemmend" von K2-60. Das Strohballenhaus in Verden widerlegt damit ein weiteres Vorurteil, das den Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen häufig anhaftet: Denn dass die natürlichen Baustoffe brandgefährdeter seien als die konventionellen Baustoffe mag zwar im unverbauten Zustand stimmen, schließlich kann man mit dem Baustoff Holz auch heizen. Grundsätzlich sind diese Stoffe also brennbar. Hier kommt es allerdings auf die richtige Baukonstruktion und Planung an. Der Einsatz natürlicher Dämmstoffe ist selbst im öffentlichen Baubereich möglich, wenn die entsprechenden konstruktiven Vorgaben erfüllt sind. Dass selbst aus feuerschutztechnischer Sicht es in vielen Fällen sogar sinnvoll sein kann, diesen Dämmstoffen den Vorzug vor den konventionellen zu geben, beschreibt der Artikel „Brandschutz“ auf der Internetseite der FNR treffend.

Von 9. bis 16. Oktober gastiert die Wanderausstellung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, initiiert durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Lüneburg an der Grapengießerstraße in Höhe der IHK.

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