BAUnatour-News 12/11, Nr. 1 - Jahresrückblick: steigende Besucherzahlen belegen den Trend im Bausektor

Die zu über 90% aus nachwachsenden Rohstoffen gebaute Infobox der Wanderausstellung BAUnatour, die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) durch Deutschland tourt, blickt auf ein erfolgreiches Ausstellungsjahr zurück: An 15 Standorten konnten zahlreiche Besucher in der Infobox beraten werden, hunderte Kooperationspartner aus Kommunen, Verbänden und Unternehmen nutzten die Gelegenheit ihre Angebote rund ums Thema "Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen" im Rahmen der BAUnatour 2011 zu präsentieren. In etlichen Einzelveranstaltungen, wie Workshops und Exkursionen konnten die Vorteile nachhaltigen Bauens dargestellt werden. Ebenso folgte die Info-Ausstellung ihrem Lehrauftrag: Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis hin zu Hoch- und Meisterschulen nahmen die Informationsangebote in der Infobox war und meldeten sich im Vorfeld zu Führungen an.
Die Ausstellung gastierte meist über eine Woche an jedem Standort. Um neben den Bauinteressierten auch die jüngsten Passanten auf Marktplätzen und in Einkaufzentren zu informieren, tourte auch BAUER HUBERT als "Rohstoff-Experte" und überlebensgroße Identifikationsfigur mit. Er verteilte Geschichten in Form lehrreicher Comics an die Kinder. So kamen auch Kindergärten und Schulen in die Infobox. Einige der Schüler interessierten sich für den Praktikumsplatz der im Rahmen der Wanderausstellung vergeben wird und der in 2011 erstmalig durch die 18-jährige Miriam Stoll aus Nürnberg ausgefüllt wurde.
Bisher war der Ausstellungsbetrieb auf die Sommermonate begrenzt. Da dies in die Haupturlaubszeit der Deutschen fällt, entschieden die Betreiber die Infobox u.a. an hoch frequentierten Standorten in den Urlaubsregionen zu präsentieren. In Wismar stand die Box am beliebten Stadthafen, in Sassnitz auf Rügen beim U-Boot-Museum und im Urlaubsort List auf Sylt direkt vor dem Erlebniszentrum Naturgewalten, das täglich mehrere hundert Besucher anzieht. Grundsätzlich wurde die Ausstellung im September 2011 "wetterunabhängig" gemacht: Denn seither ist in der Infobox auch ein Pelletsofen in Betrieb, der mit einer Leistung von 8 KW eindrucksvoll belegt, dass das Heizen mit Holz selbst im Rahmen einer Ausstellung zeitgemäß und komfortabel ist.
Schließlich war die Enthüllung der neuen BAUnatour-Farben durch den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ein weiterer Tour-Höhepunkt. Weil für ihn - obwohl selbst ein "Grüner" - Umweltbewusstsein frei von politischen Färbungen ist, entwickelte er schon vor Jahren den Slogan "Tübingen macht blau". Und da auch die Wanderausstellung ein Thema für alle ist, enthüllte Boris Palmer das neue blaue BAUnatour-Logo im Rahmen der Ausstellung in Tübingen.
BAUnatour-News 12/11, Nr. 2 - Wissenschaftlich belegt: Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sind der beste Klimaschutz

Die deutsche Holzwirtschaft könnte Klimaschützern und Wirtschaftstreibenden weltweit zum Vorbild dienen: Mit ihrer naturnahen Waldbewirtschaftung, der Herstellung von CO2-speichernden Holzprodukten und der Bereitstellung von umweltfreundlicher Energie. Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Hamburg hat die Klimawirkung der Holznutzung wissenschaftlich untersucht und herausgefunden: Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft leistet einen hohen Beitrag zum Klimaschutz.
Prof. Dr. Matthias Dieter, Direktor des Instituts für Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft des vTI, stellte die Projektergebnisse auf einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) Anfang Dezember in Berlin vor: „Der Beitrag der stofflichen Verwendung von Holz zur CO2-Bilanz ist durch Speicher- und Substitutionseffekte um ein Vielfaches höher als der der energetischen Nutzung.“ Seine Untersuchungen haben ergeben:Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder ist – in Kombination mit effizienter Holzverwertung – besser für den Klimaschutz als ein Nutzungsverzicht.
- Die langfristige Verwendung von Holz ist gut für eine bessere CO2-Bilanz, da Holzprodukte Kohlenstoff speichern.
- Die CO2-Emissionen bei der Herstellung von Holzprodukten und der Bereitstellung von Bioenergie sind niedriger als in anderen Bereichen.
- Der Ersatz energieintensiver Baustoffe und Produkte (stoffliche Substitution) durch Holz und Holzprodukte spart Primärenergie.
- Holz hält einen hohen Anteil an der Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien. 2010 betrug der Anteil 40 Prozent (Energetische Substitution).
Betrachtet wurden drei Szenarien für den Zeitraum 2013 bis 2020: Die Waldbewirtschaftung gemäß den gegenwärtigen Waldbauvorstellungen mit einer jährlichen Ernte von zirka 80 Millionen Kubikmeter pro Jahr sowie ein Szenario mit einer höheren und eines mit einer niedrigeren Holznutzung. AGR-Präsident Ludwig Lehner sagt dazu: „Auch mit Blick auf die schon wieder gescheiterte Klimakonferenz in Durban ist es an der Zeit, dass die Menschen Wege für sich finden, wirtschaftlich und gleichzeitig umweltschonend zu handeln. Unsere Branche hat das Glück, schon vor 300 Jahren erkannt zu haben, wie wichtig der schonende Umgang mit Ressourcen für unsere eigene Lebensgrundlage ist. Wir können mit unseren umweltfreundlichen Produktkreisläufen Vorbild für andere Länder sein. Dennoch müssen auch wir unsere Hausaufgaben machen und die Verwertung des kostbaren Rohstoffes Holz effizienter gestalten.“
Die neu gegründete Initiative „Holz pro Klima“ hat in diesem Zusammenhang einen CO2-Zähler entwickelt, der zeigt: Jedes Jahr werden in Deutschland durch die Nutzung von Holz etwa 105 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht 6,2 Milliarden Pkw-Kilometer bei einem CO2-Ausstoß von 150 Gramm pro Kilometer. Der Zähler auf www.holzproklima.de rattert ähnlich schnell wie die Schuldenzähler einiger Staaten – mit dem Unterschied, dass dieser eine gute Entwicklung anzeigt.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.holzproklima.de
BAUnatour-News 12/11, Nr. 3 - Ausblick 2012: BAUnatour bietet Wissenswertes und zeigt wesentliche Neuheiten aus dem Bereich "Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen"

Die seit 2009 laufende Tour durch Deutschland macht das Thema "Ökobau" anhand von aktuellen Informationen und mit über 100 Exponaten im Rahmen von kostenfreier und professioneller Fachberatung "begreifbar". Allein in 2011 nahmen über 8.000 Besucher die Angebote der Info-Ausstellung war. Die BAUnatour-Infobox gastiert auch in 2012 wieder in ca. 15 Städten bundesweit und wird u.a. anhand von Neuheiten zeigen: Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen ist nicht nur nachhaltig sondern auch preislich attraktiv und lässt hinsichtlich gestalterischer Möglichkeiten keinerlei Wünsche offen.
Schon für sich alleine gesehen, belegt die in weiten Teilen aus naturbelassenem Holz gebaute Infobox, dass der in unseren Wäldern nachwachsende Rohstoff enorm robust und widerstandsfähig ist: Wer jemals den Auf- bzw. Abbau der Ausstellung beobachten konnte, wird schnell feststellen, dass hier wohl andere Materialien, wie z.B. Stein oder Stahl schnell an ihre Grenzen kämen. Bedingt durch entstehende Verwindungen beim Be- und Entladen ist die Infobox aus Holz vielen anderen Baukonzepten weit überlegen, da selbst tragende Holz-Konstruktionen nicht steif sind, sondern innerhalb definierter Grenzen auch Bewegungen erlauben. Im neu eingestellten Video ist der Aufbau der Infobox im Zeitraffer zu sehen.
Die Info-Ausstellung will und muss einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf dem Ökobau-Sektor geben und auch Neuheiten und Tendenzen zeigen. So wird die BAUnatour 2012 auch mit einigen neuen Entwicklungen aufwarten, die bisher so im Rahmen der Ausstellung nicht vertreten waren. So ist zum Beispiel erstmalig ein "Baustein-System" aus Holz in der Infobox zu bewundern. Hier werden, ähnlich wie im bekannten "Spielzeugformat", einen Meter lange und 50 cm hohe vorgefertigte Holzbauteile einfach ineinander gesteckt und ergeben so tragende Außenwände und letztlich individuell gestaltbare Häuser aus Holz. Der Clou dabei: Die Dämm- und Installationsebenen sind bereits im "Baustein" enthalten. Außerdem werden einige neue Natur-Edelputz-Oberflächen zu bestaunen sein, die eindrucksvoll belegen: Ökologisches Bauen ist von bestechender Ästhetik. Schließlich wird auch eine völlig neuartige Lehmbauplatte die Ausstellung bereichern. Mit Formaten von 1,25 x 2,50 Meter und einer Schichtstärke von 12,5 mm ist diese Platte nicht mehr nur ein Trockenbau-Produkt für "Idealisten", wie es die vergleichsweise schweren und kleinen Lehmbauplatten bisher waren. Gewicht und Größe sind mit diesem ökologischen Produkt endlich identisch mit marktüblichen Gipsplattenformaten. So kann in Planung und Verarbeitung (hier v.a. im Hinblick auf gängige Putz- und Anschluss-Profile) auf die konventionellen Systeme mit einer echten ökologischen Alternative aufgesetzt werden. Gewinner dabei ist der Bauherr: Denn bisher musste für den "Lehm-Trockenbau" das drei- bis vierfache an Arbeitszeit kalkuliert werden, wie beim Trockenbau mit Gipsplatten.




