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BAUnatour in Siegen: Fachwerk früher und heute

Zeitzeugen der Werthaltigkeit im Holzbau: Siegerländer Fachwerk in der Siegener Altstadt (© Stadt Siegen).

Im Siegerland zeugen ganz besondere Bauwerke davon, dass Holzbauten die Jahrhunderte überdauern können. Oft mit Schiefer verkleidet, selten noch mit sichtbaren Fachwerkwänden, findet man diese ehemaligen Arbeiterhäuser  fast nur noch rund um Siegen. Auch in der Oberstadt der heutigen Universitätsstadt gab es bis 1944 zahlreiche solcher Fachwerkbauten. Die typischen Siegerländer Fachwerkhäuser haben eine ganz eigentümliche und besonders „schlanke“ Bauart. Sie sind ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Berühmte Fotos (s. Artikel „Fachwerkhäuser - neu gesehen“, Siegerländer Zeitung online), aufgenommen in den 1960er- und 1970er-Jahren von den Künstlern Bernd und Hilla Becher zeigen: Die Häuschen wirken wie in die Höhe gezogen. Ein Eindruck, der zum einen dadurch entsteht, dass die Balken, selbst für Häuser dieser Größe, eher schmal ausfallen. Man mutmaßt, dass dies einer Bauordnung vom Ende des 18. Jahrhunderts zu verdanken ist, die dazu aufforderte, beim Bauen mit Holz sparsam umzugehen. Außerdem, so sehen es Bauhistoriker, könnte ein weiterer Grund darin liegen, dass es in dieser Zeit schon möglich war, genauere baustatische Berechnungen anzustellen. Und dann wurden die tragenden Balken eben nicht stärker gewählt als nötig. Dass die Häuser heute noch zu bewundern sind, gibt den „Statikern“ von damals Recht. Der sparsame Umgang mit dem Rohstoff Holz könnte auch ein Grund dafür sein, dass bei den Siegerländer Fachwerkhäusern die Querriegel zwischen den Gefachen oft komplett fehlen. Von weitem sehen diese Häuser damit „längsgestreift“ aus und dies verstärkt die Anmutung von extremer Schmalheit zusätzlich. Die Wohnhäuser waren eher preisgünstige Bauten und dennoch sehr individuell. Und so schlicht sie hier erscheinen, so sollen teilweise kunstvoll verziert und mit allerlei Schnitzereien versehen gewesen sein. Die besondere Bauart veranlasste die Bauhistoriker des Lehrstuhls für Baugeschichte und Denkmalpflege der Universität Siegen unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Karl Kiem dazu, ein Forschungsprojekt zu initiieren, das die Eigenheiten dieser Bauwerke untersucht und ein Bewusstsein für die Qualität dieses Baustils an die Öffentlichkeit bringt.

Heute zeigen moderne Bauformen sowohl technisch als auch ästhetisch eine unüberschaubare Vielfalt. Auch der Umgang mit dem Rohstoff Holz als Baustoff ist zeitgemäßer denn je, und sparsam braucht der Umgang mit ihm nicht zu sein, wenn er andere Baustoffe wie Beton oder Mauerwerk ersetzt. Der Grund dafür liegt nicht nur in der Qualität und der Dauerhaftigkeit des Werkstoffs. Eine Tonne Holz als Baustoff eingesetzt, erspart 5,6 Tonnen klimaschädliches CO2! Denn einerseits lagert das Holz während des Wachstums CO2 ein, andererseits ersetzt es andere Baustoffe, bei denen für die Produktion viel Kohlendioxid entsteht.

Im Herzen von Siegen präsentiert sich BAUnatour vom 4. bis zum 8. September in der Bahnhofstraße mit dem Thema „Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen“, das noch weit mehr umfasst als das Bauen mit Holz. Zur Eröffnung am Mittwoch, den 04.09. um 14 Uhr, begrüßen Bürgermeister Steffen Mues und der stellvertretende Vorstand des Energievereins und Obermeister der Dachdecker-Innung, Ullrich Hegner, die Ausstellung im Namen der Siegener Bürgerinnen und Bürger.

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